{"id":11453,"date":"2015-04-27T16:25:02","date_gmt":"2015-04-27T15:25:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ps3blog.de\/?p=11453"},"modified":"2015-04-27T16:25:02","modified_gmt":"2015-04-27T15:25:02","slug":"im-test-broken-age","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps3blog.de\/index.php\/2015\/04\/27\/im-test-broken-age\/","title":{"rendered":"Im Test: Broken Age"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tPoint\u2019n\u2019Click Adventure hatten Anfang der 90er eine Hochkonjunktur. Die besten Exemplare des Genres kann man wohl an einer Hand abz\u00e4hlen: Die Monkey Island Reihe, sowie Maniac Mansion. Verantwortlich f\u00fcr die beiden Serien war Tim Schaefer, damals noch bei (bzw. f\u00fcr) Lucas Arts t\u00e4tig. Er verstand es aber, die Adventures mit Witz (mit einem leichten Hang zum Absurden) und Verstand zu kreieren. Dazu kam noch eine Prise R\u00e4tselspa\u00df. Kein wunder also, dass sich vor allem Monkey Island auch heute noch einer gro\u00dfen Beliebtheit erfreut.<\/p>\n<p>Mit der \u201eErfindung\u201c des Action-Adventure Genre Mitte\/Ende der 90er, (wie etwa mit Tomb Raider), verschwanden leider die teilweise doch sehr unterhaltsamen Point\u2019n\u2019Click Adventure aus dem Portfolio der Spieleentwickler und Publisher.  Ballern stand im Vordergrund. R\u00e4tsel gab es nur noch vereinzelt und sehr rudiment\u00e4r. Kernelemente, wie Dialoge f\u00fchren, an Hand von diversen Antwortm\u00f6glichkeiten, gab es \u00fcberhaupt nicht mehr. Wurde doch damit die Story vorrangig erz\u00e4hlt. Eigentlich ziemlich schade. Wenn man so will, ging damit ein wenig Kultur \u201eden Bach runter\u201c: Ich will jetzt nicht sagen, dass das Genre komplett ausgestorben ist, aber wirklich gute Point\u2019n\u2019Click Adventures, waren in den 2000er Jahren wahrlich mehr als Mangelware.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ps3blog.de\/wp-content\/uploads\/brokenage7.jpg\" alt=\"brokenage7\" width=\"650\" height=\"460\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11455\" \/><\/p>\n<p>Es war somit eine Freunde, als Tim Schafer, nun Chef von Double Fine, 2013 mit Broken Age die R\u00fcckkehr des klassischen Adventures ank\u00fcndigte. Man durfte sich auf ein Adventure, mit einer leicht abgedrehten, aber sch\u00f6ner Story mit witzigen Dialogen freuen. Um das Projekt finanzieren zu k\u00f6nnen, rief man eine Kickstarter Kampagne ins Leben. Hier gab es f\u00fcr viele schon den ersten D\u00e4mpfer, denn bereits zu Beginn wurde angek\u00fcndigt, dass man das \u201eGesamterlebnis\u201c auf 2 einzelne Portionen aufteilen m\u00f6chte. Jedoch versprach man, dass dies durchaus seinen Sinn h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Nun, einige Monate sp\u00e4ter, sind nun beide Episoden von Broken Age endlich f\u00fcr die PS4 erh\u00e4ltlich, nachdem PC und Mac User, wie gewohnt, als erstes bedient wurden. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ps3blog.de\/wp-content\/uploads\/Broken-Age-Act-One-02.jpg\" alt=\"Broken-Age-Act-One-02\" width=\"650\" height=\"460\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11456\" \/><\/p>\n<h2>Story mit angezogener Handbremse<\/h2>\n<p>In Broken Age gibt es nicht nur einen Handelsstrang, sondern gleich zwei. So schl\u00fcpft man somit auch in die Rolle von ebensoviele Hauptcharakteren, die beide nicht wirklich zufrieden mit ihrer aktuellen Lebenssituation sind.<\/p>\n<p>Zum einem haben wir die junge Vella. Eigentlich k\u00f6nnte das Leben so sch\u00f6n sein, g\u00e4be es auf ihrem Planeten nicht eine etwas makabere Tradition. Ein gro\u00dfes Monster namens Mog Chothra sucht in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden die D\u00f6rfer des Planeten heim. Damit nun die D\u00f6rfer, samt den Einwohnern, nicht f\u00fcrchten m\u00fcssen, dem Erdboden gleich gemacht zu werden, werden alle 14 Jahre ein paar junge M\u00e4dchen ausgew\u00e4hlt, die man dem Monster als Opfer anbieten m\u00f6chte. Als junge Maid zu sterben ist nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Ehre und so veranstaltet man ein gro\u00dfes Fest f\u00fcr die gesamte Dorfgemeinschaft.<\/p>\n<p>Irgendwie findet Vella das nicht wirklich gro\u00dfartig, wohl auch weil sie dieses Jahr als Opfer \u201edran glauben\u201c muss. Ihrer Meinung nach, sollte man das nicht weiter hin nehmen. Mog Chothra muss ihrer Meinung nach besiegt werden. Allerdings st\u00f6\u00dft sie dabei auf herben Widerstand innerhalb der Bev\u00f6lkerung\u2026<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ps3blog.de\/wp-content\/uploads\/232790_screenshots_2014-01-28_00010.jpg\" alt=\"232790_screenshots_2014-01-28_00010\" width=\"650\" height=\"366\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11457\" \/><\/p>\n<p>Auf der anderen Seite haben wir den jungen Shay. Er f\u00fchrt ein beh\u00fctetes Leben, ganz alleine af einem Raumschiff. Der gro\u00dfe Schilfcomputer bemuttert ihn wie ein kleines Baby und dementsprechend sieht auch die Inneneinrichtung des Schiffs aus. Shay muss sich um nichts k\u00fcmmern und auch keinerlei Verantwortung \u00fcbernehmen. \u201eMutter\u201c k\u00f6nnte es nicht ertragen, dass sich ihr \u201eSohn\u201c ein \u201eAua\u201c zuf\u00fcgen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Damit nun das Leben nicht all zu langweilig ist, darf Shay \u00fcberaus \u201espannende\u201c, simulierte \u201eRettungsmissionen\u201c erf\u00fcllen. So gilt es zum Beispiel beinahe t\u00e4glich 2 Kreaturen aus einer Eislawine zu befreien. Zum Gl\u00fcck handelt es sich hierbei um das beste Speiseeis und so l\u00f6ffelt Shay sich bis zu den Versch\u00fctteten durch, um diese aus ihrer \u201eNot\u201c zu befreien (Anscheinend macht sich \u201eMutter\u201c aber keinerlei Sorgen \u00fcber die Gefahren von Diabetes).<\/p>\n<p>Shay hat sowas von die Schnauze voll. Er w\u00fcrde wohl alles daf\u00fcr geben, um aus dem t\u00e4glichen Trott ausbrechen zu k\u00f6nnen. Wie gut, dass er eines Tages auf einen blinden Passagier trifft\u2026<\/p>\n<p>Beide Geschichten scheinen zu Beginn mit einander wenig zu tun haben. Doch man darf eine \u00fcberraschende Wendung erwarten. Aus dem Grund ist wohl Shays Teil der Story auch dann erst so richtig spielbar, wenn man sich l\u00e4nger mit Vella auseinander gesetzt hat. Im Prinzip erlaubt aber Broken Age, zwischen den beiden Protagonisten hin und her zu wechseln. Im ersten Akt \u201eprofitiert\u201c  man davon allerdings nur wenig. Meine Empfehlung ist hier auch erstmal die Geschichte von Vella komplett durchzuzocken, bevor man sich Shay widmet. Bereitet euch auf \u201eAha\u201c-Effekte vor.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ps3blog.de\/wp-content\/uploads\/IceCreamAlps.jpg\" alt=\"IceCreamAlps\" width=\"650\" height=\"382\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11458\" \/><\/p>\n<h2>Ein Adventure wie aus der guten alten Zeit<\/h2>\n<p>Gesteuert wird mit dem klassisch anmutenden \u201eKreuz-Curser\u201c. Damit schickt man nicht nur die Protagonisten auf dem Bildschirm umher, sondern interagiert auch mit den Objekten im Spiel und w\u00e4hlt sich durch die Dialog-Zeilen.<\/p>\n<p>Eine Revolution stellt hier Broken Age nicht da, muss auch nicht. Wie damals klickt man sich durch die Objekte und versucht diese mit einem anderen Objekt zu kombinieren, um etwa ein R\u00e4tsel zu l\u00f6sen, oder benutzt sie mit den Charakteren, die einem in der Story \u00fcber den Weg laufen. Eben das klassische Point\u2019n\u2019Click Prozedere, wie aus den guten alten Zeiten.<\/p>\n<p>Waren damals die \u201eR\u00e4tsel\u201c noch einigerma\u00dfen knackig, hat man bei Broken Age den Schwierigkeitsgrad leider etwas heruntergeschraubt. All zu lange sollte man nicht mit des R\u00e4tsels L\u00f6sung verbringen. Die Anzahl der Items, die man aufsammeln kann, ist ohnehin nicht sonderlich gro\u00df und so probiert man die relativ wenigen Auswahlm\u00f6glichkeiten durch, um ans Ziel zu kommen. Man muss auch gar nicht mal gro\u00dfartig \u201eum die Ecke denken\u201c, oder absurde Kombinationen, wie man sie etwa aus Monkey Island kennt\u201c durchprobieren. Die L\u00f6sungen sind allesamt \u201elogisch\u201c und auch f\u00fcr das j\u00fcngere Publikum mehr als begreifbar.<\/p>\n<h2>Charme und Anmut<\/h2>\n<p>Das Art Design von Broken Age mag vielleicht auf dem ersten Blick etwas ungew\u00f6hnlich erscheinen, l\u00e4sst man aber mal die handgezeichneten Grafiken l\u00e4nger auf sich wirken, mehr erkennt man, mit wie viel Liebe her gearbeitet wurde. Die visuelle Darstellung erh\u00e4lt eine ungew\u00f6hnlich h\u00fcbsche \u201ePlastizit\u00e4t\u201c und mit der Zeit erh\u00e4lt man den Eindruck, als w\u00fcrde man einen erstklassig animierten Trickfilm spielen. An allen Enden und Ecken strotzt es  nur so vor Details. Die gesamte Spielwelt verspr\u00fcht einen unnachahmlichen Charme, den man einfach liebgewinnen muss.<\/p>\n<p>Ebenfalls gro\u00dfartig gelungen ist der orchestrale Soundtrack des Spiels, der die verschiedenen Stimmungen der Story wirklich \u00fcberragend widerspiegelt. Ebenfalls ziemlich gut (auch in der deutschen Fassung) ist die sprachliche Vertonung gelungen. Wer lieber die englische Originalfassung spielen m\u00f6chte, darf diese gerne innerhalb der Optionen aktivieren. Hier gibt\u2019s dann markante und ber\u00fchmte Stimmen, wie etwa Elijah Wood (\u00fcbernimmt die \u201eRolle\u201c von Shay), Jennifer Hale, Jack Black, oder Wil Wheaton zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ps3blog.de\/wp-content\/uploads\/Broken-Age-Screenshot-04.jpg\" alt=\"Broken-Age-Screenshot-04\" width=\"650\" height=\"366\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11459\" \/><\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Leider gibt es leider doch etwas zu bem\u00e4ngeln: Broken Age ist relativ schnell durchgespielt. Pro Akt (2 gibt es) kann man gut und gerne 3 Stunden anrechnen. Die R\u00e4tsel sind leider auch ein wenig zu einfach  Dennoch kommt der Humor nicht zu kurz, auch wenn Broken Age eher ein \u201eernsteres\u201c Thema behandelt, als die bisherigen Adventures aus Tim Sch\u00e4fers Mastermind. Auch die \u201eAusfl\u00fcge\u201c ins Absurde sind witzig, gleichzeitig stimmen diese aber auch sehr nachdenklich, was aber insgesamt f\u00fcr eine geniale Mischung sorgt.<\/p>\n<p>Adventure (und Tim Schaefer) Fans erhalten mit Broken Age definitiv ein sch\u00f6nes Spiel pr\u00e4sentiert. Die Story beginnt vielleicht Anfangs etwas langsam, entfaltet sich aber zur Mitte hin immer mehr. Frust kommt eigentlich keiner auf, ausser, wenn man das Ende erreicht hat und nach einer Zugabe verlangt, die leider ausbleibt.<\/p>\n<p>Broken Age ist ein sch\u00f6ner Ausflug nach \u201eAbsurdistan\u201c, der einen fesselt und ein Bad der Gef\u00fchle ausl\u00f6st.<\/p>\n<p><iframe width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/6AbXnJryYmk\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe>\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Point\u2019n\u2019Click Adventure hatten Anfang der 90er eine Hochkonjunktur. Die besten Exemplare des Genres kann man wohl an einer Hand abz\u00e4hlen: Die Monkey Island Reihe, sowie Maniac Mansion. Verantwortlich f\u00fcr die beiden Serien war Tim Schaefer, damals noch bei (bzw. f\u00fcr) Lucas Arts t\u00e4tig. 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