
Rocketbird hat endlich den großen Sprung auf die PS Vita geschafft. Schon auf der PS3 konnte das eher unflasuchige Hühnchen überzeugen: Solide Sidescrolling-Action, garniert mit einer Portion schrägen Humor. Dazu kommt noch, dass das Spiel einen beinahe eigenen Grafikstil aufweist, den man gerne auf sich wirken lassen möchte.
Die Story könnte kaum schlechter sein, als einer dieser 80er Actionfilme, in denen eine, mit Anabolika vollgepumpte, Ein-Mann-Armee einen ganzen Militärapparat aufmischt. Aber genau das macht das Spiel aus: Total Übertrieben und total spaßig!

Kern der Story ist die „globale“ Bedrohung des „finsteren“ Pinguin-Regimes. Allerdings scheint es so, dass es im inneren nicht so wirklich gut läuft. Das Oberhaupt Il Putzki will garnicht so wirklich der harte Despot sein, wird aber aus einer Familientradition heraus dazu gezwungen und auch die Soldaten selbst scheinen auch nicht immer wirklich bei der Sache zu sein. Der Hauptdarsteller, der vor einiger Zeit von den Pinguinen eine gehörige Gehirnwäsche erhalten hat, möchte sich nun an den flugunfähigen Vögeln wehren. Dabei lernt er nicht nur die Widerstandsbewegung kennen, sondern erhält auch einen Blick hinter die verworrenen Kulissen des Regimes.
Rocketbird: Harboild Chicken verliert auch auf dem kleinen Screen der PS Vita nichts von dem Spielgefühl, dass die große PS3 Version bietet. Noch immer wummst und kracht es in allen Ecken, wie es ein „Metal Slug“ nicht hätte besser machen können. Der Hintergrund steck, sofern man mal ein Auge schweifen lässt, voller kleinen, liebevollen Details .Die Grafik selbst ist so scharf wie ein Samuraischwert und gelangt butterweich auf die Netzhaut. Dazu kommt noch, dass man dank der PS Vita und einem „Kipp-Feature“ sich im Level umsehen kann, wie in einem Popup-Buch, um so vielleicht noch mehr Details entdecken zu können (probiert das lieber nicht mit der PS3 Version aus…). Mittels des Tocuhpanels auf der Rückseite lassen sich Schüsse mit beinahe äusserster Präzession ausführen… je nach dem wie präzise eben eure Griffel sind.

Egal ob man nun an Land, oder dank des Jetpacks die Luft mit Blei füllt: Die Steuerung lässt euch nicht in Stich. Selbst die Hüpfeinlagen lassen sich ohne Frustrationsmomente erledigen. Das Gameplay selbst ist solide. Um Gegner mal von hinten zu überraschen, darf man sich hinter „Mauervorsprünge“ verstecken, oder man geht kurzerhand hinter Objekten in Deckung, um den gelegentlich tödlichen Bleikugeln aus dem Weg zu gehen. Wenn ein Gegner mal zu Nahe kommt, darf man diesen auch mit einem beherzten Haken ausser Gefecht setzen. Um in den Level voran zu kommen, bedarf es der Suche nach verschiedenfarbigen Keycards, um diverse Türen zu öffnen.
Wer ein schreckhaftes Hühnchen ist, darf Rocketbird: Harboild Chicken auch wie Online-Koop zu zweit zocken. Bei dem Gewusel darf man sich dann auf knallharten Ballerspaß freuen, der nur gelegentlich zum Lag neigt.

Fazit:
Die PS Vita Version von Rocketbird: Harboild Chicken ist richtig gelungen. Neue Endgegner und einige Modifizierungen in einigen Levels zur PS3 Version rechtfertigen einen Neukauf der Handheld-Version (Besitzer der PS3 Version erhalten einen Rabatt), Der fetzige Soundtrack sorgt für die passende Untermalung.
Wer auf fetzige Sidescroller aus der guten alten Zeit steht, muss zugreifen!
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