Im Test: ModNation Racers: Roadtrip (PlayStation Vita)

Auf der PS3 habe ich ja lange Zeit ein vernünftiges Kart-Spiel vermisst. Das letzte, das ich auf der PlayStation Platform richtig mochte, war „Crash Team Racing“. Zwar kam es nie an das klassische SuperMario Kart ran, aber es hatte so viel Charme und gelungene Streckenführungen, dass eigentlich kein Weg drum herum führte und ich es eben in mein Herz schloss. Nach Jahren der „Enthaltsamkeit“. bzw Spielerei mit dem PS1-Klassikers, war es eine ganz besondere Freude, als ich hörte, dass die PS3 mit ModNation Racers ein eigenes, neues Kartspiel bekommen wird. Von der Putzigkeit mittels dem sich das Spiel nach außen hin präsentiert gab es da etwas, was den Titel zu einem absoluten „Must Have“ machte: Einen eigenen Streckeneditor! Da konnte man vor Begeisterung einfach nur Pirouetten drehen, bis einem das Mittagessen zur Nase herausquillt.
Natürlich gab es auch einen klasse Ableger für die PlayStation Portable. Der war fast kongenial, mal abgesehen von der Steuerung, die die PSP mit sich brachte, mit der man auf kurz oder lang einen Krampf in den Fingern bekam. Aber ich mochte es… Und so ist es nur logisch, dass die PlayStation Vita zum Launch gleich ein eigenes ModNation Racers verpasst bekommt. Der Untertitel lautet Roadtrip und genau das wird uns erwarten.

Da die Vita ein berührungssensitives Display hat, wird dies Eingegabemedium Nummero Uno favorisiert. Und so landet man in einer Lobby, in der man durch eine Wischgeste durch die im Kreis aufgebauten Stationen (Kart- und Mod-Studio, Streckeneditor, Rennstationen, etc) des Menüs durch wechseln kann. Allerdings funktioniert das Fingerwischen so zäh, das man dann doch lieber das D-Pad benutzen möchten. Durch das Untermenü jedoch, das wie eine viertel Wählscheibe in der untern linken Bildschirmhälfte daher kommt, muss man wieder mit dem Finger navigieren, was allerdings ganz unproblematisch ist.
Das Kart- und Mod-Studio lässt sich dank den Fingergesten auch ganz gut bedienen, wenn es darum geht, Dekokram auf die Figuren oder Fahrzeuge zu platzieren. Allerdings ist der Fundus zu Beginn noch ein wenig dürftig und so möchte man wahrscheinlich lieber erst den Karrieremodus starten, um das Inventar etwas aufzuwerten.
…oder man betritt den Communitybereich, wo man sich – wie gewohnt – die teils sehr beeindruckenden Kreationen anderer User herunterladen und bearbeiten darf. Genial ist, dass in der PlayStation Vita Version der auf der PlayStation 3 erstellte Content ebenso funktioniert! So kann man also gleich mit den selben Mods wie man sie auf der großen Konsole hat, auch unterwegs sofort durchstarten.
Und durchgestartet wird natürlich in erster Linie im Karrieremodus. Hier gibt es 6 Touren, wobei die letzte erst als Bonus nach Ende der Karriere freigeschaltet wird. Für jede Tour wurden eigens komplett neue Strecken erstellt. Auch das ist schön, wenn man bedenkt, dass man anderswo schon mal alten Kram als neuverpackt vor die Flinte geworfen bekommt.

Neben der Karriere, darf man seine fahrerischen Fähigkeiten noch in Zeitrennen, oder „schnellen Rennen“ für Zwischendurch beweisen. Mittels Ad-Hoc Modus, darf man sogar gegen Menschliche Gegner von Angesicht zu Angesicht antreten. Ein Onlinemodus fehlt leider. Lediglich in den TimeTrails, kann man gegen die Zeiten „echter Gegner“ im weltweiten Internet antreten. Ob ein Online Modus nachgereicht wird, wird sich zeigen.
Die Karts lassen sich problemlos durch die Strecken steuern, wobei ich mich für die erste Steuerungsoption entschieden hab: Gas geben mit der rechten Schultertaste, driften mit X, feuern mit Dreieck…etc – wem das nicht passt, darf zwischen sieben (in Worten: sie-ben!) Steuerungsmethoden wählen. Weiß der Geier warum, aber es muss wohl seine Notwendigkeit haben. Die Streckendesigns sind alle herausfordernd und schön gestaltet worden. Aber wie gesagt: Wer mehr möchte, darf sich gerne im Streckeneditor austoben.
Dieser lässt sich in der Vita Version ebenso einfach wie schon in der PSP Version. Man tuckert mit seinem Gefährt durch die Landschaft und gibt so die Streckführung vor. Eigentlich ganz einfach und es lassen sich auch ganz gute Ergebnisse produzieren. Für alle, die noch ein wenig schneller zum Ziel kommen wollen, gibt es in der PS Vita Version noch eine ganz neue Möglichkeit. Man sieht das Areal aus der Vogelperspektive und kritzelt mit dem Finger die Form der Strecke auf‘s „Papier“. Unterführungen. oder Brücken werden automatisch generiert. So kann man schon in Sekunden eine Strecke erstellen, deren Feinheiten man danach freilich noch editieren darf. Man der starken Community und der Möglichkeit, seine Werke zu teilen, darf man sich wieder auf eine Fülle an neuen Strecken gefasst machen.

Wenig gefüllt hingegen ist der Polygontopf. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass es sich bei ModNation: Roadtrip um eine aufpustete PSP-Version handelt. Irgendwie nicht so fein, wei man es sich vielleicht vorgestellt hätte, wobei das nun spielerisch keinen Abbruch macht, aber man hätte sich doch schon ein wenig gefreut zu sehen, was die kleine neue Handheld-Konsole so auf das sagenhafte 5 Zoll Display zaubern kann. Abgesehen von teils verwaschenen Grafiken, sieht mit im Hintergrund aufploppende Objekte und selten stockt die Framerate.
Ein altes Problem: Die Ladezeiten. Auch die PS3 Version war nicht dafür berühmt, einen schnellen Start hinzulegen. Per Patch drehte zwar etwas an der Zeitschraube, optimal war was anderes. Trotzdem wäre es schön, wenn auch die Vita-Version einen Patch erhalten würde, damit ein „schnelles Rennen“ euch wirklich ein solches wird.

Fazit:
Das kleine Kartspiel macht Spaß und die Möglichkeit, selbst Strecken zu erstellen (abgesehen von den Fahrzeugen und Figuren), machen das Rennspiel zu etwas Besonderem. Sieben Controller-Einstellungen wären wirklich nicht nötig gewesen, da hätte man lieber mal ein Auge auf eine konsistent logische Gestensteuerung werfen dürfen und vor allem zwei Augen mehr auf die Ladezeiten. Dennoch: Das Handlich übertrifft die PSP Version. Die Finger werden sich dafür bedanken! Allerdings frag ich mich, warum die KI Kollegen an einem dran kleben, wie die Fliegen. Man muss sich später ganz schön ins Zeug legen, um sie abzuhängen (und die nächste Rakete knallt bestimmt von hinten ins Getriebe). Ein weiterer Pluspunkt geht an die Möglichkeit, sich am Katalog der an der PS3 erstellten Kreationen sich bedienen zu können. Schade ist, dass ein echter Onlinemultiplayermodus fehlt.



1 Comment
JaDeKi
23. Februar 2012Ich finde den Touchscreen hier mehr NAY der ist irgendwie daneben man muss hier sehr häufig auf etwas tippen bis etwas passiert.
Das mit der KI ist wirklich Extrem o.0 und ich fand Mod Nation auf schwer auf PS3 schon total Easy.