Im Test: Uncharted: Golden Abyss (PlayStation Vita)

Verfasst von: am Feb 17, 2012 | 4 Kommentare

Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als im November 2007 Uncharted: Drake’s Fortune in den Handel kam. Ich will nicht sagen, dass damals Spitzentitel für die PS3 noch selten waren, aber diese neue IP war unheimlich wichtig für die noch junge Konsole. Uncharted trumpfte auf mit damals hervorragender Grafik, einem absolut sympathischen Helden, der nicht mit sarkastischen Witzen geizte, ein alter Mann mit Namen „Sully“, der Nathan Drake anscheinend seit jeher zur Seite stand und eine Art „Vaterfigur“ darstellte und die junge Reporterin Elena, die mehr oder weniger unverhofft in das Abenteuer reingezogen wurde.

Uncharted: Drake’s Fortune selbst war eine ausgezeichnete Mischung zwischen dem klassischen Adventure (für alle die immer schon auf der Suche nach einem neuen Indiana Jones Titel waren), sowie Action, Rätsel und Klettereinlagen a la Tomb Raider. Mit dieser Mischung konnte auch nichts schief gehen, was im Nachhinein auch die Verkaufszahlen bewiesen.

Nun haben wir wieder einen Hardwarelaunch einer neuen Konsole und da darf ein neues, eigenständiges Uncharted natürlich nicht fehlen. Uncharted: Golden Abyss ist die erste Handheld-Version des großes Adventures für die große PlayStation 3. Und auch wenn es nicht von Naughty Dog, den eigentlichen Entwicklern der Serie kommt, Sony von Sonys Bend Studios. dürfen wir dennoch einen vollwertigen Hammertitel erwarten!

In „Golden Abyss“ wird die Zeit ein wenig zurückgedreht. Die Geschichte des Titels spielt vor den Geschehnissen in „Drake‘s Fortune“. Diesmal möchte Drake die Hintergründe aufdecken, bei der eine spanische Expedition vor 400 Jahren in einem Massaker in Südamerika ausgelöscht wurde. Natürlich ist er nicht allein. Ihn begleitet sein etwas zwielichtiger Kumpel Jason Dante. Doch anscheinend ist da irgendwas im Busch, als Dante plötzlich verschwindet und Drake von bewaffneten Einheiten eines „Ex“-Generals verfolgt wird. Auf der Flucht erhält Nathan Unterstützung von einer Frau namens Marisa Chase. Sie begab sich auf die Suche nach ihrem Großvater, der ebenfalls das Rätsel der Spanischen Expedition lösen wollte. Das Abenteuer schweißt Nathan und Chase eng zusammen. Mehr möchte ich eigentlich nicht verraten…

Wo soll man da nur beginnen?

Ich glaube, der erste Eindruck, den ein Spiel macht, ist immer der, wie das Spiel optisch rüberkommt. Und der Eindruck ist unglaublich! Es ist schwer einen Vergleich zu machen, da es das hübscheste ist, was man so bisher auf einer Handheld-Konsole gesehen hat. Wenn man denn einen Vergleich machen möchte, so würd ich sagen, dass man ungefähr Uncharted: Drake’s Fortune in den Händen hält.

Die Charaktere sehen unheimlich gut aus, auch in den Nahaufnahmen in den Zwischensequenzen. Wenn man sich mal die Zeit nimmt und sich die Licht- oder Wassereffekte mal genauer anzusehen, oder der Moment, wo das Licht durch die Bäume durchblinselt, dann erhält man ungefähr den Eindruck, warum sowas auf der betagten PSP eben nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Animationen im Spiel sind flüssig und gehen runter wie Öl, was der guten MotionCapture-Arbeit zuzuschreiben ist. Wie gesagt: sagenhaft!

Mit der PlayStation Vita erhält man dank der neuen Eingabemethoden komplett neue, spielerische Möglichkeiten. Zum Beispiel die Kletterei: Normalerweise hangelt man sich an den Absätzen eines Mauerwerks die X-Taste drückend nach oben. Das geht zwar auch in der Vita, aber viel einfach und tastenschonender ist es, wenn man mit einem Fingerwisch auf dem Touchdisplay ganz einfach die Route vormalt und Drake klettert sie dann ganz einfach nach.

Nähert man sich einem Gegner, taucht ein kleines Faust-Symbol auf dem Display auf, welches sofort berührt werden möchte, um einen Nahkampfangriff auszulösen. Hinzu kommen hier ganz neue QuickTimeEvents – nicht einen bestimmten Knopf drücken, sondern mit dem Finger einen Pfeil nach wischen. Sowas kennt man sonst nur aus iOS Spielen. Kämpfe erhalten somit einen kleinen FruitNinja-Aspekt, machen aber trotzdem Spaß, da es nicht „aufgesetzt“ wirkt.


Feuergefechte lassen sich auf der PlayStation Vita dank den zwei Analogsticks genau so einfach führen, wie auf der PS3. Wieder etwas, was die Vita zu einer ernstzunehmenden Handheldkonsole macht. Dank der Sixaxis-Steuerung darf man aber auch das Fadenkreuz ganz sanft (je nachdem wie zitterfrei die Hände sind) an den Feind heran führen. Bei schnellen Feuergefechten möchte man vielleicht lieber die konventionelle Art bevorzugen, gibt‘s aber Snipereinlagen, weiß man die neue Methode zu schätzen!

Im Prinzip wird das Touchpad so häufig wie möglich eingesetzt. Es wollen Artefakte gesäubert, Dinge die man drehen kann, gedreht, Objekte fotografiert und Türen geöffnet werden. Alles mit dem Finger auf dem Display, bzw. auch unter zu Hilfenahme des rückwärtigen Touchpads.

Und hier sind wir bei einem Punkt, wo Uncharted: Golden Abyss glänzen kann. Während die PS3-Versionen immer mehr zu Shootern mutieren, gibt es in der Vita Version hunderte von Objekten die gesammelt werden wollen. Meist liegen sie verborgen und wollen erspäht werden. Auch die kleinen Fotosafaris oder Papierschnipseleinlagen lassen wieder etwas Ruhe zwischen der Action einkehren. Insgesamt gibt es wohl zu viel freischaltbaren Kram, dass wohl ein Durchspielen nie ausreichen wird (ich seh‘s ja an meinen grauen Flächen, auf denen eigentlich noch unzählige Artefakte liegen sollten). Demzufolge gibt es auch eine Menge Trophies, die freigespielt werden wollen. Man hat also wirklich allerhand zu tun. Falls man wirklich nicht alles alleine findet, bietet Uncharted: Golden Abyss das sogenannte „Schwarzmarkt“-Feature an, mittels dem man in Zusammenarbeit mit dem Community-Dings „NEAR“ nach fehlenden Objekten suchen kann, die man vielleicht bei anderen Spielern findet.

Fazit:

Beinahe hätte ich vergessen den Soundtrack zu erwähnen. Das alt bekannte Uncharted-Theme löst immer noch Gänsehaut aus, wenn es durch die kleinen, aber respektablen Lautsprecher der Vita schalmeit. Auch die Synchro ist gewohnt gelungen und Drake spart bekanntermaßen nicht mit schlechten Sprüchen, wo sie meist nicht angebracht sind. Die Dialoge sind allesamt gut eingesprochen.

Aber eigentlich ist alles schon gesagt. Wer eine Vita kauft, muss… und da führt nichts drum herum… zwingend auch Uncharted: Golden Abyss kaufen! Man ist mit der Story gut über ein Duzend Stunden beschäftigt und nie gibt es irgendwo einen Hänger, wo man genervt aufgeben möchte… ich möchte nur mal an die beinahe unbesiegbaren Gegner der PS3-Version erinnern.

Klar, grafisch kann die Vita der PS3 nix vormachen. Was sie aber abliefert ist genial und man darf sich freuen, dass zukünftige Titel dies noch übertreffen werden. Uncharted: Golden Abyss? Ein Kaufbefehl!

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4 Comments

  1. Conwayax
    17. Februar 2012

    Super, vielen dank für das review!
    Da steht dann auch endlich mal die 9 :mrgreen:

    Für mich gehört der Titel auch zum Pflichtaufgabe für meine Vita.

  2. xX2TightDeluxeXx
    17. Februar 2012

    hab mir erstmal nur Rayman und RealityFighter bestellt weil der Preis echt gut und günstig ist,Rayman gabs eh für 15,-weniger für die tolle Vorbestellaktion hier und bei RealityFighter für29,-bei Spielegrotte kann man auch nichts sagen-
    Drake muss a bissel warten bis es wieder Kohln gibt schließlich wirds teuer genug diesen Monat aber ick freu mir…

  3. starcruizah
    17. Februar 2012

    Wow, pixel! Danke, Mann! Kann’s kaum erwarten das neue Uncharted in der nächsten Woche in den Händen zu halten und endlich anzuzocken

  4. irmscheri35
    17. Februar 2012

    danke für den test, pixel. ich bin dermaßen gespannt auf dieses game!!! ich war heute im gamestop. dort war die ps vita angeschlossen und man konnte sie live testen. man, das display ist soo der hammer! hab unter anderem Fifa und Virtua Tennis testen können. glaubt mir, grafisch sind beide titel fast nicht wirklich von ihren ps3 brüdern zu unterscheiden…! :mrgreen:

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