BioShock 2 – Test

Verfasst von: am Feb 20, 2010 | 13 Kommentare


Rapture – Utopia unter Wasser. Erdacht und erbaut von Andrew Ryan wollte man in der Unterwasserstadt eine neue Zivilisation gründen, frei von der Sklaverei des Kapitalismus, Katholizismus, oder diktatorischen Herrschaften. Die schöne Stadt erblühte im klassischen Art-Déco Stil, doch wo Licht gibt, gibt es auch Schatten!

Bridgette Tenenbaum erfand seiner Zeit eine Substanz namens ADAM, die den menschlichen Körper übermenschliche Kräfte verlieh. Allerdings hat Ryan nicht mit Fran Fontaine gerechnet, dem Eigentümer der „Fontaine Fischfabriken“ und Vollzeitschmuggler. Er verabreichte seinen Leuten zusätzlich Plasmide, um die noch stärker zu machen. Mit seiner Privatarmee wollte er Ryan stürzen. Die blutige Auseinandersetzung fand seinen Höhepunkt zu Sylvester 1959. Und so stürzte die Stadt ins Chaos.

Neben Splicern, genetisch mutierte Menschen, tummeln sich in Rapture noch die BigDaddy, ebenfalls mit Drogen zurechtgeformte Menschen in großen Metalanzügen, welche mit einem großen Bohrer ausgestattet sind (der klassische Bouncer), oder mit Nietenpistolen (Rosie), die auf ihre Little Sisters achten, die ADAM sammeln, in dem sie mit übergroßen Spritzen das Blut aus den Leichen (von den kleinen Mädchen „Engel“ genannt) saugen.

Nun sind 10 Jahre vergangen. Über die beschauliche Unterwasserstadt herrscht nun Sofia Lamb. Der Spieler schlüpft diesmal nicht in die Rolle eines Menschen, sondern darf diesmal selbst einen BigDaddy spielen… aber nicht irgendeinen. Die Spieler hat die „Ehre“ einen BigDaddy-Prototypen, Delta gennant, zu spielen. Auch er ist abhängig von seiner kleinen Schwester, doch genau diese nahm Sofia Lamb ihm weg. Eleanor, so der Name der Little Sister, ist die Tochter der Diktatorin. Das Ziel des Spielers ist es nun, die kleine Eleanor aus den Klauen ihrer Mutter zu retten, um dann gemeinsam aus Rapture und vor dem sicheren Tod zu fliehen.

Die ersten Gehversuche mit dem Big Daddy fühlen sich etwas träge an, was aber möglicherweise an dem Taucheranzug liegen kann. Aber man kann sich so ganz gut an das Gameplay gewöhnen. Diejenigen, die den ersten Teil schon gespielt haben, mögen vielleicht etwas Action vermissen. Aber BioShock ist ohnehin nicht der Shooter, in dem man unbesonnen auf den Gegner losstürmt. Dieses Part übernehmen die durchgeknallten Splicer.

Damit man sich diese Burschen vom Hals halten kann, gibt es natürlich nicht nur den klassischen Bohrer, sondern auch das gute alte Nietengewehr, eine Schrotflinte, Maschinengewehre, Granatwerfer und die guten alten Plasmiden, um den Gegner mal so richtig einzuheizen, oder ihn unter Strom zu setzen. Im Gegensatz zum ersten Teil darf man nun gleichzeitig beide Waffenarten einsetzen. So ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten, einen Gegner auszuschalten. Und dies ist auch gut so, denn jeder Gegnerklasse hat so ihre Schwachpunkte. Diese darf man natürlich wieder erforschen, allerdings nicht wie im ersten Teil mit einem Fotoapparat, sondern mit einer Kamera. Während man so seinen Feind filmt, darf man ihm ordentlich Feuer unter dem Hintern machen. Das klingt jetzt auf der einen Seite vorteilhaft, auf der anderen Seite hat man so etwas den Schwierigkeitsgrad runtergedreht. Aber keine sorge. Auch schon im mittleren Modus kommt nie Langeweile auf und Hardcore-Zocker dürfen sogar voll und ganz auf Vita-Kammern verzichten, die einem ansonsten nach seinem Ableben wieder ins Leben zurückrufen.

Wieder mit dabei sind auch Überwachungskameras und die kleinen fliegenden Roboter, die man aber jederzeit hacken darf (mittels einem Minispiel). So erhält man noch eine kleine Portion zusätzliche Unterstützung gegen den Feind.

Aber was wäre ein BigDaddy ohne eine Little Sister? Eben, ein armer Wurm. Das Problem ist, das so ein kleines Mädchen nicht alleine durch die Levels herumläuft. Immer an ihrer Seite ist… richtig… ein anderer BigDaddy. Um an seine kleine Begleiterin zu kommen, muss der Metalbursche leider den Löffel abgeben und das macht er mit Sicherheit nicht freiwillig. Hat man ihn erledigt, darf man die LittleSister sofort adaptieren (oder auch nicht, je nachdem wie böse ihr sein wollt) und mit ihr ADAM einsammeln.

Das Ernten das ADAM wird einem allerdings nicht ganz leicht gemacht. Die irre Lamb ruft über Lautsprecher ihre kleinen und großen Splicer dazu auf, euch kalt zu machen. So muss man alles tun, um das kleine Mädchen bei der Sammelei zu schützen. Gut, wenn man etwa eine kleine Selbstschussanlage mit sich führt. Strategisch platziert, hält sie wenigstens einen Teil der Splicer ab.

Hat man genug ADAM gesammelt… was nach dem zweiten Mal der Fall sein wird, muss man sich leider von seiner kleinen Schwester verabschieden. Dazu begleitet man sie zu einen der im Level verteilten Luftschächte. Und schon wieder wird man dazu genötigt eine moralische Entscheidung zu treffen. Erlöst man sie und erhält ein wenig ADAM, oder killt man sie für eine deutlich höhere Portion? Entscheidet man sich für die gute Seite, helfen einem die kleinen Schwestern mit kleinen Geschenken. Wie auch immer ihr euch entscheidet, der Abschied wird von melancholisch klingender Geigenmusik begleitet, was die ohnehin schon leicht abgedrehte Stimmung noch etwas drückt…

Natürlich gibt es in BioShock 2 wieder eine Hand voll neuer Gegnerklassen (wie etwa feindlich gesinnte BigDaddys) und Bossfights mit ziemlich abgedrehten Typen. Vor einem Gegner müsst ihr euch aber besonders in Acht nehmen: Der Big Sister! – Die Big Sister ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine erwachsen gewordene Little Sister. Jetzt aber weit weniger putzig. Auch sie ist mit einem Taucheranzug ausgerüstet, kann sich aber flinker bewegen als ein Eichhörnchen auf Koffein und ist zudem äusserst zäh. Verfehlen kann man sie nicht, denn ihr kommen kündigt sie mit einem Knochen zerfetzenden Schrei an!

Ach ja, Raputre war schon eine herrliche Stadt. Vom einsten Charme ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. Hier und da gibt es kleine Wasserlecks. Überall wo sich die Gelegenheit dazu bietet, hat sich die Meeresvegetation breit gemacht. Eigentlich nur traurig, aber auch unheimlich atmosphärisch, vor allem weil der zeitgenössische 30er und 40er Jahre Soundtrack so gar nicht in die unliebsame Umgebung passen will. Neu im zweiten Teil ist, dass man auch Spaziergänge ausserhalb der Stadt unternehmen darf. Die Unterwasserlevel wirken von der Atmosphäre weniger dicht, als die schicken Innenräume, sind aber ganz passabel.

Wer ein wenig mehr Hintergrundinformationen zur Story haben möchte, darf die im Level verstreuten Audiotagebücher aufsammeln. Ist zwar nicht unbedingt nötig, aber es lohnt sich auf jeden Fall den alten Geschichten zu lauschen.

Abseits der Story sorgt natürlich ein Multiplayer-Modus für noch mehr Unterhaltung. Dieser ist aber nicht in der Zeit der Spiels angesiedelt, sondern vor dem Zusammenbruch der Unterwasserstadt. Sehr witzig ist auch die „Lobby“ die 2K Games für den Spieler eingerichtet hat. In einer großzügigen Wohnung, darf man seinen Charakter, ein Bewohner der Stadt Rapture, auswählen und ausstatten. Ist man für den Kampf bereit, steigt man in die Tauchkugel und ab geht die Action!

Neben klassischen Deathmatch-Spielchen gibt es auch eine „Capture the Little Sister“-Variante, sowie die aus anderen Spielen bekannten Verteidigungs-Spielchen. Wie auch schon im Singleplayer-Modus, erhält man einen taktischen Vorsprung zum Feind, wenn man ihn genauer studiert. Dies geschieht allerdings nicht mit der Kamera während des Kampfes. Leider muss man ihn zuerst umbringen und ihn dann untersuchen, was etwas Zeit kostet und das Risiko birgt, selbst dabei drauf zu gehen. Für noch mehr Laune sorgt das Feature, für kurze Zeit mal zum BigDaddy zu mutieren. ??Ein sehr abgerundeter Multiplayermodus, leider ohne Koop-Funktion.

Fazit:
Die Story kann überzeugen, auch wenn sie vielleicht nicht mehr so packen ist wie im ersten Teil. Die Atmosphäre ist aber dennoch sehr dicht und und teilweise sehr abgefahren. Die Levels sind allesamt schön gestaltet, auch wenn man hier und da mal Dinge aus dem ersten Teil wiedererkennen mag. Nichtsdestotrotz erhält BioShock 2 eine Wertung von „Daumen auf Zehn Uhr“ (also 8 von 10 Punkten). Wiederholungstäter müssen zugreifen, diejenigen, die den ersten Teil noch nicht gespielt haben können zwar mit dem zweiten Teil anfangen, aber vielleicht ist es dann doch netter erst den Vorgänger gespielt zu haben, um etwas mehr vom Spiel und Rapture zu verstehen…

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13 Comments

  1. klicki
    20. Februar 2010

    Flieeeg kleine Motte :)

  2. woon
    20. Februar 2010

    Also, ich hab bisher nur den Multiplayer gezockt. Wenn der Singleplayer so wie Teil 1 ist – dann ist’s super ;)

  3. Snake
    20. Februar 2010

    manchmal frustrierend das Spiel, da man die Little sister beschützen muss und von jeder seite so spasti splicer einen attackieren und man zum teil nix dagegen machen kann(auch wenn man ein Big Daddy ist). Habe auf mittel gezockt und Starb an manchen Stellen sooo oft das es einen einfach ärgert. Die waffen gehen zu schnell alle und die Splicer vertragen- und nerven sehr viel dazu stirbt man selbst recht schnell. Soll mir keiner jetzt kommen und sagen es gibt Waffen die für jeden Gegner ausgelegt sind. Ich weiss das aber auch das hilft in solchen situationen nicht. Big Sisters find ich dagegen nen Klacks.

  4. demonsgalore
    20. Februar 2010

    ich finde die story zu weit her gegriffen. die stimmung in dem spiel finde ich auch alles andere als unterhaltsam. mal schaun wann ich neben uncharted 2 mp, mag, heavy rain und gow 3 dazu komm endlich den ersten teil durch zu zocken :D

  5. Chris
    20. Februar 2010

    @Snake: Nietenfallen sind sehr effizient beim Schützen der Little Sister…Also immer genug Fallen-Munition kaufen. ;-)

  6. avater_
    20. Februar 2010

    durchgezockt und für sehr gut befunden , schließe mich pixel an!

  7. greeny
    20. Februar 2010

    Uhhh… bin jetzt auf schwer im vorletzten Level und vielleicht 2 mal gestorben… spiel doch auf einfach wenn du so schlecht bist :/

  8. Uh Oh Banana Joe
    20. Februar 2010

    @ greeny. echt? respekt. halte mich ja für ziemlich gut in shootern hehe. zumindest bin ich bei onlineshootern meist unter den top3. ich fand bs2 aber auch ziemlich schwer in den ersten levels auf normal, da die munition so spärlich ist…ich persönlich halte bs2 für kein schlechtes spiel und finde 8 von 10 punkten absolut gerchtfertigt. es ist (leider) einfach keine 9,nochwas. ich war trotzdem sehr enttäuscht von dem spiel. fand es ziemlich langweilig und linear…hatte das gefühl schon alles zu kennen. recht unspektakulär. hatte irgendwie mehr neue, verrückte ideen erwartet…so war es für mich eher bioshock 1.5…still a good game.

  9. greeny
    21. Februar 2010

    Bioshock 1 im Survivor-Modus war wesentlich schwerer!

  10. Chris
    21. Februar 2010

    die größe Enttäuschung bei BS2 fand ich war die Grafik…Klar, das Design und die Details an sich sind wie auch schon bei BS1 spitze, die matschigen Texturen der Grafikengine aber erinnern eher an ein PS2 denn an ein Next-Gen-Game. Und das Rapture nicht mehr so packt wie in Teil 1 ist ja auch klar. Trotzdem wurde ich gut unterhalten und es kam nie Langeweile auf. Daher finde ich die 8/10 auch die richtige Bewertung. Hatte BS2-Rapture Edition für 30 Pfund aus UK importiert. Zu dem Preis kann ich es nur jedem empfehlen. Aber 60 Euro würde ich für BS2 nicht ausgeben…

  11. rolfkaese
    21. Februar 2010

    Die ersten Stunden des Games sind okay und unterhaltsam.
    Die letzten Stunden sind der Hammer. Selten einen Shooter gespielt, der dich dann durch bestimmte “Ereignisse” so fesselt.
    Und das Ending.. Tearbreaker :(

  12. daywalker2410
    22. Februar 2010

    Gut geschriebener Test. Lässt sich gut und angenehm lesen. Zum Spiel selbst – ich muss erstmal an den ersten Teil ran, dann erst kommt die Fortsetzung! ;-)

    My PS3-Games

  13. spambacon
    22. Februar 2010

    Ich hab das Spiel auch durch und schließe mich Pixel an, ein tolles Spiel mit einigen, kleineren Macken.
    Ich fand das sogar sehr toll, dass man sich so träge bewegt, finde ich imho viel besser als die ganzen hektischen Shooter, dies da sonst noch so gibt (Ich bin aber auch ein Riesenfan der trägen Waffensteuerung in Kz2)…

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